This is a time we'll remember...

...hat Youth Of Today gesagt, eine Straight Edge Hardcore Kapelle aus NYC, die mich als 14-jähriger ebenso in die Hardcore Szene gebracht hat – und später mein Leben verändert hat – wie Gorilla Biscuits, 7Seconds, Minor Threat oder Judge. Als wir 14 waren und Skateboard gefahren sind und genau diese Bands super fanden wollten wir irgendwie auch ne Band an Start bringen, wollten selber was auf die Beine stellen und wollten einfach auch Krach machen und rumspringen und uns so fühlen, wie die Bands auf ihren Konzerten. Also haben wir uns Instrumente gekauft, haben den Keller meiner Eltern umgebaut und haben angefangen die Songs der Bands, die wir liebsten zu covern. Für eigene Songs waren wir a) zu untalentiert und b) zu untalentiert.

Dann haben wir irgendwann unsere ersten Shows gespielt und sind mit dem beschissenen Schrotthaufen Auto meiner Ma durch Deutschland, Holland und Belgien und irgendwann ganz Europa gefahren, haben andere Hardcore Kids kennengelernt und haben genau das gemacht, was wir wollten: für 20 Mark Spritgeld von Norden nach Süden, von Westen nach Osten und uns hat es einen Scheiß interessiert, dass wir niemals mit unserer Mucke Kohle verdienen würden.

Wir haben gemerkt, dass man selber was auf die Beine stellen muss, wenn man will, dass es funktioniert. Wir haben geschnallt, dass es super einfach ist, etwas scheiße zu finden und viel schwerer ist, es selber besser zu machen. Wir haben gemerkt, dass es einfacher ist hinter jemandes Rücken über ihn zu reden als es einfach ins Gesicht gesagt zu bekommen. Und wir haben selber Konzerte gemacht, haben Veggieburger verkauft – mittlerweile waren wir auch noch Vegetarier und Straight Edge – haben 5DM Eintritt genommen und Bands aus den USA gebucht. Einfach nur weil wir sie selber in unserer Stadt haben wollten. Wir haben am Ende immer draufgezahlt. Aber es war die geilste Zeit unseres Lebens und ich habe auf der ganzen Welt durch die Musik Freunde fürs Leben gefunden, zu denen ich heute – mehr als 20 Jahre später – immer noch Kontakt habe. Persönlich habe ich mehr gelernt über Booking, Touren, Organisation, Marketing, Werbung, redaktionelles Arbeiten und über mich selber, als es ein Studium mehr je hätte vermitteln können.

Warum ich das alles schreibe? Weil wir am Wochenende das RAD RACE Last Man Standing organisiert haben und ich ein kurzes Gespräch auf der Berliner Fahrrad Schau mit einem unserer Teilnehmer hatte, in dem es um DIY ging. Er wollte wissen, wer wir sind und wo wir hinwollen und warum wir das alles machen und wie wir damit jemals Geld verdienen wollen. Und ich konnte es ihm leider nicht mehr sagen, denn er musste weg, weil seine Crew draußen vor der Halle gewartet hat.

Ich wollte dir folgendes sagen:

mehr DIY als das RAD RACE geht nicht. Wir haben uns letztes Jahr zum 1000. Mal bei irgendeinem Essen unter Freunden zusammengesetzt und gesagt, dass wir selber mal ein Radrennen machen müssten. Eins bei dem man sich nicht für die Finisher Shirts schämt. Eins das cooler ist als Jedermannrennen mit 20.000 Startern, wo man Schiss haben muss über den Haufen gefahren zu werden, weil der Typ vor oder hinter einem  das erste Mal auf einem Rennrad sitzt. Wir fahren mehrere tausend Kilometer zusammen und wollten selber geile eigene Radklamotten haben und nicht immer nur auf die Designs von anderen abhängig sein. Daher haben wir das RAD RACE gegründet. Um einfach selber was auf die Beine zu stellen. Etwas, dass uns Spaß macht, etwas das anderen Spaß macht und etwas, wo vielleicht irgendwann auch mal was sinnvolles nachhaltiges entsteht, um der Radszene was zurückzugeben.

Monate später haben wir jetzt das erste Rennen hinter uns und sind einfach nur froh, dass es gut gelaufen ist und sich niemand verletzt hat und alle eine gute Zeit hatten. Kohle gemacht haben wir damit nicht. Im Gegenteil. Aber im Gegensatz zu vielen anderen, die immer nur alles scheiße finden, haben wir es einfach gemacht. Und zwar mit dem Herzen und nicht mit nem Businessplan. Und am liebsten würden wir morgen direkt wieder eins machen und am Wochenende, wenn es in Hamburg 17 Grad werden sollen, dann freu ich mich jetzt schon auf mein Rad.

rad race berlin

Und das allergeilste: wir haben es selber gemacht.
Mit der Idee und Support von 8bar bikes aus Berlin aber vor allem: mit allen unseren Freunden. Jeder von uns hat seinen Teil dazu beigetragen, dass das Ding was wird. Jede Position auf dem Rennen, war von einem unserer Freunde besetzt. Jeder Streckenposten war von uns, die DJs, die Besetzung der Zeitnahme, Turnierplanung, Rennleitung (danke an Achim und Adi, die extra aus Stuttgart gekommen sind), die Jury (danke an Martin vom SpokeMag und Andi vom Ritzler!!!), die Barbesetzung, die Helfer, die die Banner aufgehängt haben, unsere Freundinnen, die auf der Messe geblieben sind, als wir schon die Kartbahn fertig gemacht haben, unsere Fotografen, unsere Schneiderin, die die Mützen mit der Hand genäht hat, Sebastian von Aurora, der uns bei den Designs der Trikots geholfen hat, Pete von Times Of Grace Tattoo, der unser Plakat gemalt hat... Keiner hat einen Cent bekommen. Keiner. (Außer der Besitzer der Kartbahn) Alle haben es für uns gemacht und alle sind stolz, was draus geworden ist. Und wir wissen nicht, wo es hingeht, aber wir glauben dran. Und das ist für mich DIY. Mache es selbst, sonst macht es keiner. Mache es mit dem Herzen und nicht mit dem Verstand.

Hold On To Your Friends.  We owe you big time!