RACE REPORT: Rund um Köln 2017

Hab ich auch genug Gels... 1-2-3-4-5-6 und was ist das ah stimmt einen Riegel, noch schnell aufmachen und zurück in die Tasche. Was mach ich nur wenn ich nachher an der Verpflegung keine Flasche greifen kann, es soll mega hot werden! Egal gucken ob ich überhaupt noch im Feld bin bis zur Feed Zone. Scheiße ist der A-Block schon voll mit mega vielen Strassacker, Krebshilfe, Bürstner Boys und scheiße wie fit sehen die bitte alle aus? Runterkommen Henning das wird schon! Noch 20 Minuten bis zum Start, genug Zeit um an allem zu zweifeln und 50 mal am Einteiler zu zuppeln.

Schuss!

Okay die Boys von Strassacker wollen dieses Jahr ernst machen, also direkt an 2-3 Leute rann die auch weiter hinten standen. Die ersten 20Km bis zum ersten Anstieg ging es für mich nur darum irgendwie ins vordere Drittel des Feldes zukommen und das möglichst ohne Aufwand und ohne Sturz, gesagt getan. Leider wird es immer wieder eng, aber die Kurve zum ersten Anstieg nehme ich selbstbewusst mit Körpereinsatz in beste Crit-Manier. Der Anstieg wurde relativ entspannt gefahren und so konnte ich noch gut nach vorne springen. Die recht schnellen Abfahren konnte ich dank der Trainingslager in Calpe und Malle auch sicherer fahren und so meine Position im Feld meist halten. Nach der Abfahrt ging es bereits zur ersten Bergwertung, hier wurde ordentlich aufs Gas gedrückt allerdings waren noch alle frisch und es wurden nur wenige ausgesiebt. Auch der kurze Kopfsteinpflasteranstieg konnte noch recht easy gemeistert werden. Bis Kilometer 60 sollte alles recht entspannt bleiben, kleinere Wellen wurden zwar ordentlich gedrückt, aber ohne großen Schaden an der Gruppe anzurichten – Gefühlt noch so 80 Leute. Gerade die „längeren“ Anstiege >5min aufwärts waren kein Problem, da die Teams ungerne ihre eigenen Leute verheizen wollten – Zumindest bis jetzt. Nach der Abfahrt sollte es nämlich das erste Mal ungemütlich werden, am Ferrenberg dünnten Strassacker und Co. das Feld noch mal aus und um sicherzugehen das es auch so bleibt wurde die nächsten K´s vollgas gefahren. Die meiste Zeit orientierte ich mich wieder an Julian Horstmann und machte was er machte, verpflegen, trinken, Position halten usw. Bei KM90 bogen wir wieder Richtung Bergwertung und Kopfsteinpflaster Climb ab und mir war klar, hier wird es den Showdown geben und alle werden die Hosen runterlassen müssen. Genau so kam es dann auch! Drei Leute gingen und ich konnte nur dabei zusehen, allerdings blieb Bürstner und Merkur Druck cool, obwohl keiner dabei war – Denke es war Erfahrung und die Gewissheit, dass die letzten 30Km einfach zu viel für 3 Leute sind. Das Tempo wurde konstant hochgehalten und ich war einfach nur glücklich alles mitgehen zu können.  Auf der Landstraße Richtung City konnte ich das erste mal einen Blick nach hinten werfen und mir einen Überblick über die Gruppe zu machen – What ca.25 Leute nur noch, alleine das war für mich schon ein Erfolg! Aber jetzt halt stopp fühle mich noch gut und die anderen sehen schon ganz schön zerlegt aus – verpflegen, windschatten, warten ;) Noch ca. 10 Km und die Ausreißer werden geschluckt, sofort baut Strassacker mit den noch 6!!!! verbleibenden Leuten einen Zug auf und verschärfen das Tempo, ich snake mich an Position 8-9 und mache mich einfach nur so klein wie es geht, langsam merkt man jede Bodenwelle und den Seitenwind auf der Brücke, kurzer Blick nach oben „Flamme Roughe“ jetzt noch einmal bitte alles was noch geht 46-50-54-58 an mir ziehen noch ein paar Leute auf den letzten Metern vorbei aber sicher in den Top15.

Die Gruppe blieb unverändert bis zum Ende 26 Mann stark danach 4min gap.

Platz 13 // 03:04:09 // 127Km // 1300HM // 40,9 Schnitt // Normalized 234Watt // DONE

by Henne Hüttepohl