RACE REPORT: Deutsche Meisterschaften im Cyclocross

Bensheim, Sonntag, 14. Januar 2018
Deutsche Radcrossmeisterschaft.

Max Höflich:
"Die letzen Jahre hat mich mein Rad quer durchs Land und „um die halbe Welt“ gebracht, diesmal geht es dort hin zurück, wo alles begann. #ssgbensheim mein erster Verein, 1998 mein erstes Rennen.... aber das Abenteuer könnte trotz der emotionalen Verbundenheit kaum größer sein. Meine erste richtige Crosssaison und jetzt stehe ich in der dritten Reihe der Startaufstellung bei den Deutschen Meisterschaften. #nixzuverlieren

 Photo: Nils Laengner

Photo: Nils Laengner

 Photo: Nils Laengner

Photo: Nils Laengner

Der Start beim Cross ist eine entscheidende Phase, besonders bei einem knapp 60 Mann starken Fahrerfeld will man möglichst nicht aufgrund eines Sturzes, Fahrfehlers usw. eines Fahrers vor einem direkt einen Rückstand kassieren.

8 Leute stehen in einer Reihe, auf Grund meiner 3 Deutschland Cup Rennen werde ich auf Platz 23 von 58 gesetzt. D.h. Ich bin Vorletzter in Reihe 3 und kann mir nicht mehr wirklich einen Platz in der Reihe aussuchen. Ich stehe ganz links, am Rand ist prinzipiell gut, aber die erste Kurve ist ein 90grad links turn, kurz bevor es dann ins Gelände geht.

Die Fahrer ziehen direkt von außen rein und die Tür geht zu. Ich muss in die Eisen und verliere ein paar Plätze. Hektik, alle wollen Plätze gut machen. Jemand kommt ins straucheln und steht quer vor mir, wieder bremsen, innen drücken sich ein paar vorbei.

600m gefahren und schon „Lücke“, „das geht ja gut los“ schießt mir durch den Kopf. Das Wetter war gut, aber die Luft nur knapp über null und ich merkte schnell wie die kalt Luft in der Lunge brennt. Puls kurz vor 190bpm also etwas runterkommen, fehlerfrei fahren, sich auf die Linie konzentrieren. Läuft doch! An einer Stelle verkarten sich wieder mehrerer Fahrer, aber diesmal konnte ich durchschlüpfen und ein paar Plätze gut machen.

Sand hatte ich trainiert, also als erster rein und Druck machen. Die steile Laufpassage konnte man heute fahren, also wieder als erstes rein, Gegengerade, Gegenwind, irgendwie an ein Hinterrad kommen. Paul schreit „hier immer auf 2 fahren“ - „27 - bleib da dran“ - „GoGoGo Max“, keine Ahnung wer das war, aber es half! Dann wieder der Stich, hier war die Stimmung so wie sie sein sollte! Die Zuschauer verschwammen zu einem Brei und es war laut (obwohl „nur“ Platz 27) - Tunnelblick und zumindest innerlich ein Lächeln auf den Lippen.

 Photo: Nils Laengner

Photo: Nils Laengner

Bei den kleineren Rennen fährt man relativ schnell alleine, im Zeitfahrmodus, gegen sich selbst und gegen das Bedürfnis langsamer zu werden. Heute kämpfe ich als Amateur und Quereinsteiger gegen das Überrunden durch die Profis, aber eben auch mit der kleinen Gruppe um die Plätze. „Geil“ denke ich mir und spucke klebrige Sabber Fäden aus (die kalte Luft fordert Tribut), 5 Runden noch, hier hänge ich immer etwas durch, also dran bleiben. Ich versuche die technischen Passagen von vorne zu fahren, vielleicht patzt ja einer und ich bekomme ein paar Meter geschenkt. Dann wieder die lange Treppen und danach das Stück mit Gegenwind. „Ja lauf nur vorbei! Ich will gleich eh in deinen Windschatten!“. Ab 3 to go kann ich meist nochmal drauf drücken, weil das Ende in Sicht ist. Warum fährt der Typ vor uns gradeaus, statt auf die Start/Ziel grade abzubiegen!? Und dann werde auch ich rausgewunken. Fuck - 80% Regel - keine Glocke für die letzte runde, es ist ein stilles und plötzliches Ende.  Aber klar, wir ist sind jetzt knapp 45 min unterwegs. Rundenzeiten von knapp 6min in der Spitze, dass passt schon. Schade das so plötzlich vorbei ist, aber es war nur eine Frage der Zeit und es war ein richtig schönes Rennen.